BMW 270M Felgen Passende Tieferlegungsfedern

  • Hallo zusammen,


    ich fahre einen BMW E90 LCI Limousine, Baujahr 2010, mit dem 325i (N53B30) Motor.


    Aktuell ist das Fahrzeug fahrwerksseitig komplett Serie, ich plane jedoch den Einbau von Tieferlegungsfedern und möchte vorab Erfahrungen zur Rad-Reifen-Kombination und TÜV-Konformität sammeln.



    Geplante Tieferlegung



    • Eibach Tieferlegungsfedern
    • Vorderachse: ca. 45–50 mm
    • Hinterachse: ca. 35 mm




    Aktuell gefahrene Felgen (eingetragen)



    • BMW Styling 270M
    • 18 Zoll
    • Felgenbreite: 8J
    • Einpresstiefe: ET20
    • Reifen: 225/40 R18 rundum



    Diese Kombination ist bereits per Einzelabnahme eingetragen.



    Alternative Felgen (ebenfalls vorhanden)



    Vorderachse:


    • 19 Zoll
    • 8,5J
    • ET35
    • Reifen: 225/35 R19



    Hinterachse:


    • 19 Zoll
    • 8,5J
    • ET35
    • Reifen: 255/30 R19




    Ziel



    • Fokus klar auf Optik (Radhausfüllung)
    • Alltagstauglich, aber Komfort zweitrangig
    • Möglichst keine oder minimale Karosseriearbeiten
    • TÜV-Eintragung ohne unnötige Zusatzkosten



    Mich interessieren vor allem:


    • Schleifgefahr bei der genannten Tieferlegung
    • Erfahrungen mit 255/30 R19 auf 8,5J ET35 hinten
    • TÜV-Einschätzung zur Kombination Federn + Felgen



    Danke vorab für eure Einschätzungen und Erfahrungswerte.

  • Das sind zwei voneinander unabhängige Themen. Tieferlegung hat mit Schleifen nichts zu tun. Es gibt einen maximalen Einfederweg, der sich auch durch die Tieferlegung nicht ändert - es ändert sich nur der restliche Federweg.

    Wenn es schleift, sind generell falsche Felgen / Spurscheiben / Reifen verbaut. An der Stelle kann man mit Karrosseriearbeiten prinzipiell noch abhelfen, wenn man das nicht will -> verschränken und messen, was geht.


    Ich fahre selbst 225/40/18 rundrum mit Tieferlegung, vorne ET34 -10mm Scheiben (= ET24) , hinten -15mm Scheiben (= ET19). Das funktioniert, kann aber auf einem LCI schon wieder ganz anders aussehen.

    chief

    Never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity.

  • Danke für deine ausführliche Erklärung, da gehe ich grundsätzlich mit – gerade was den konstruktiven Einfederweg angeht. Mir ist auch klar, dass Tieferlegung den maximal möglichen Einfederweg an sich nicht „verlängert“, sondern nur den verbleibenden Federweg verkürzt.


    Mir geht es aber genau um das Zusammenspiel in der Praxis:

    Also nicht die reine Theorie, sondern was im realen Fahrbetrieb passiert, wenn man eine Rad/Reifen-Kombi fährt, die sich ohnehin schon näher am Grenzbereich bewegt.


    Konkret:


    • gleiche Felgen/Reifen
    • vorher Serie schleiffrei
    • danach Tieferlegungsfedern (ca. 45–50 mm VA / 35 mm HA)



    In der Theorie müsste es weiterhin passen, wenn die Geometrie im Einfederendpunkt identisch bleibt. In der Praxis liest man aber immer wieder, dass durch:


    • veränderte Sturzwerte
    • andere Einfederbewegung der Mehrlenkerachse
    • früheres Ansprechen der Anschlagpuffer



    plötzlich Kontakt entsteht, obwohl Rad/Reifen unverändert sind.


    Deshalb meine eigentliche Frage:

    Hast du oder jemand hier konkrete Praxiserfahrung, bei der dieselbe Rad/Reifen-Kombi:


    • vor Tieferlegung problemlos lief
    • und nach Tieferlegung (ohne Spurplatten- oder ET-Änderung) plötzlich kritisch wurde oder eben nicht?



    Dein Beispiel mit ET24/ET19 und 225/40/18 ist auf jeden Fall interessant – zeigt aber auch gut, wie stark das fahrzeug- und achsabhängig ist (VFL/LCI, Sturz, Toleranzen).


    Mir geht es weniger um „geht theoretisch“, sondern um:

    ➡️ Geht es im Alltag und bei der TÜV-Einfederprüfung zuverlässig, ohne Karosseriearbeiten?

  • Also nochmal.

    Mein Auto ist ein vFL, das kannst du an der HA nicht übertragen. 225 auf 8J kannst du nicht übertragen auf 8,5J mit 255. Du kannst nicht mal die Ergebnisse eines anderen LCI übertragen, der 8,5J mit 255ern fährt.


    Verschränke dein Auto. Wie das geht, ist im zuletzt verlinkten Thread erklärt.

    Der "TÜV" verlangt normalerweise etwas "Spiel", ein Bleistift o.ä. sollte da durchgehen. Aber das liegt im Ermessen des Prüfers.

    Was bei anderen Autos geht, kann dir (nicht falsch verstehen) egal sein, weil es nicht bedeutet, dass es bei dir auch geht. Autos haben Toleranzen, Reifen fallen unterschiedlich breit aus.

    Wenn bei der Verschränkung rauskommt, dass es eng wird, kannst du für die reale Umrüstung auf einen schmaleren Reifen setzen.

    Miss mal, was aktuell bei dir rauskommt, simuliere auf dieser Basis auf Reifenrechner.at, was du vorhast, und überlege, ob die Unterschiede noch hinkommen. Wenn's da nicht passt, musst du deinen Plan ändern.


    Du kannst auch einen TÜV-Prüfer (am besten den, der eintragen soll) vorab mit ins Boot holen und dem erklären, was du vorhast. Der sagt dir dann (wenn er nett ist), auf was du bei ihm achten solltest.

    Du kannst auch unsere Threads zum Thema durchgehen. Das, was du machst, ist nichts neues, nur kommt nicht immer das gleiche dabei raus.

    Lies' es dir mal durch, dann bekommst du ein Gefühl dafür, was geht und was nicht.


    Aber ein Pauschalrezept gibt es nicht, gerade HA 255 auf dem LCI mit abweichender ET muss man sich im Detail ansehen. Ganz egal, ob Tieferlegung oder nicht.

    Deine Hinterachslenker machen wegen einer kürzeren Feder auch keine andere Einlenkbewegung - wie sollten sie? Drehpunkt und Länge sind unverändert. Die sind nur schon etwas weiter "unten", wenn sie anfangen.

    Sturz anpassen gehört bei der Tieferlegung übrigens dazu. Wenn es hier aber schon wegen 2° Sturz irgendwo "schleift", ist es zu knapp. Mit sowas brauchst du gar nicht vorstellig zu werden.

    Never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity.

  • Alles klar, danke dir für die ausführlichen Erklärungen und die Geduld. Das hat mir bei der Planung wirklich geholfen.


    Ich nehme deine Punkte auf jeden Fall mit – insbesondere:


    • dass es keine belastbare Übertragbarkeit von anderen Setups gibt
    • dass am Ende nur Verschränkung und reale Messung an meinem Auto zählen
    • und dass der Prüfer bzw. dessen Ermessen ein entscheidender Faktor ist



    So werde ich es auch angehen:

    Ich plane die Kombination, verschränke und messe sauber, simuliere das Ganze mit realen Reifenmaßen und entscheide dann, ob es so umgesetzt wird oder ob ich ggf. bei der Reifenbreite nachjustiere. Anschließend Einbau und Abnahme – ohne etwas erzwingen zu wollen.


    Danke nochmal für die praxisnahen Tipps, die habe ich zur Kenntnis genommen und in die Planung einkalkuliert. ;)

  • Gerne.

    Wenn du verschränkst, miss mal außen (und wenn es eng aussieht, auch innen) die Abstände. Dann weißt du beim Simulieren recht schnell, wie eng das wird.

    Mit den Ergebnissen kannst du dich dann ja nochmal melden.

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  • Alles Einzelfall und auch abhängig vom Sturz, aber ich würde sagen passt.


    Ich fahre tiefer und breiter und nichts schleift. Vogtland Federn mit

    Winter 270M 8x18 ET20 225/40 18

    Sommer 8,5x19 ET35 225/35 19 und 9,5x19 ET35 255/30 19 (MPS4S, also breit). Schweißfrei und schleiffrei auf E91 LCI.