Die Wiederauferstehung meines E91 320i LCI N43 ?! - Fortschritt und Probleme

  • Hallo Jungs und Mädels 👋. Ich habe schon Mal einen Thread gestartet, mit der Bitte um Meinung nach einem Pleuellagerschaden. Jetzt hatte ich mir gedacht, dass ich einen Art "interaktiven" Blogg hier im Forum gestalten könnte. Zum einen um den Aufbau zu dokumentieren, zum anderen um ein paar Fragen zu stellen - die jetzt schon aufkommen - und nicht jedes Mal einen Thread eröffnen zu müssen. Zudem habe ich bis jetzt immer viel Hilfe durch Foren erhalten, weswegen man mit so einer Art Beitrag das Forum evtl. zugleich mit Leben füllen könnte. Zudem habt ihr vielleicht hilfreiche Anregungen, könnt mich auf Fehler hinweisen etc. Ich hoffe das ist für das Forum und die Moderatoren in Ordnung? Wenn nicht, sagt mir bitte Bescheid! Ich werde das mit eigenen Posts etwas versuchen strukturiert und organisiert darzustellen. Ich habe das Thema mal in dieser Kategorie erstellt, weil es später auch um den Rest des Autos gehen soll.


    Ich habe mir Anfang des Jahres einen E91 320i LCI Baujahr 2009 mit N43B20A gekauft. Die Karosserie hat ca. 190tkm drauf, der bereits eingebaute Austauschmotor ca. 75tkm (original von BMW!). Der Austauschmotor war eigentlich ein Grund, warum ich das Fahrzeug gekauft habe. Und von außen sah der Wagen echt gut aus und war Service-Heft gepflegt. Tja, war ein dicker Fehlkauf.


    Nur kurz bei einem Freund großen Service und vorsorglich Steuerkette tauschen wollen. Naja, Kupferspäne im Ölfilter gefunden. Dann weiter gesucht und Teile der Steuerkettenschiene in der Ölwanne gefunden. Pleuelllager Nr. 4 hat aufgegeben und Pleuel und Kurbelwelle sind defekt. Super. Erst hier gemerkt, dass es ein größeres Projekt wird. Also wieder typische Schwachstellen des N43. Steuerkettenschiene gebrochen, kein Öldruckmehr und ciao. Zudem habe ich 7L Öl aus dem Motor geholt. Der Ölniveausensor war defekt. Den Verkäufer (privat) kontaktiert und zumindest eine kleine Summe wieder bekommen.


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    Hin- und her überlegt. Zu der Entscheidung gekommen, dass ich das jetzt durchziehe. Leider war ich zu diesem Zeitpunkt noch ohne Halle. Dann mich aktuell jetzt einer Schraubergemeinschaft angeschlossen. Ich muss zugeben, ich bin kein gelernter KFZler. Das größte was ich bis dato gemacht hatte, war eine Steuerkette zu tauschen. Aber an Aufgaben wächst man ja bekanntlich. Ich habe Ewigkeiten, auch auf Grund von Arbeit etc., recherchiert. Waren bestimmt 4 Monate bis ich die Halle hatte und verschiedenste Anleitungen, Videos, Diagnosetools, etc. gefunden und quasi auswendig gelernt hatte.


    Also den Motor in der Halle ausgebaut, ihn in meine Garage verbracht und das Auto wirklich gründlich in Augenschein genommen. Die Hinterachse ist tierisch verrostet und mein Schweller ist an zwei Stellen durch. Spätestens hier realisiert, dass es keinerlei finanziellen Nutzen mehr hat. Egal, gebrauchte Autos aus dem Baujahr haben eh alle irgendwas (VAG mit den Kolbenringern, BMW mit Steuerketten, etc.) und am Ende macht das Basteln ja auch Spaß. Also drauf eingestellt, dass ich mit meinem laienhaften Wissen und meinen zeitlichen Möglichkeiten wahrscheinlich das ganze Jahr 2026 am Auto schrauben werde, um es quasi einmal neu zu überholen.


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  • Da ich augenscheinlich nicht genug Bilder in einem Beitrag hochladen kann, schreibe ich direkt noch eine Antwort. Ebenfalls in der Hoffnung, dass das in Ordnung ist. Ich muss auch noch dazu sagen, dass ich mein Wissen lediglich aus meinen letzten Schrauberprojekten und/oder dem Internet bzw. Youtube ziehe. Also nimmt das bitte nicht als Anleitung, falls ihr die gleichen Probleme habt. Ist lediglich mein Weg.


    Der Motor ist mittlerweile in seine kompletten Einzelteile zerlegt. Lager sahen eigentlich alle ganz gut aus, außer das angesprochene Pleuellager Nummer 4. Die Teile (Block/Kopf/gebrauchte Austauschwelle) sind beim Motorenbauer und werden dort gehohnt bzw. geläppt und geplant.


    Währenddessen habe ich mir mit einer Ölpumpe, Kanister und ein paar Adaptern eine Art Ölpumpe mit Filter gebaut um Ölpumpe, Wasser-Öl-Wärmetauscher, etc. durchzuspülen und die letzten Ölspäne rauszubekommen. Bis die Pumpe ihren Geist aufgegeben hat, hat das auch ganz gut funktioniert. Muss wohl eine stärkere ran.


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    Motorblock, Kopf etc. werden natürlich mit Hochdruckreiniger/Druckluft/Bremsenreiniger gereinigt und danach mit Öl benetzt, damit nichts rostet. Im Zylinderkopf werden die Hydros, Schlepphebel und Ventilschaftdichtungen getauscht. Eine NW kommt ebenfalls neu, da die Ölleitung wohl durch Späne verstopft war und die leider auch auf den Nocken Riefen hat. Da muss ich noch besonders gründlich dran und die reinigen.


    Die Ein- und Auslasskanäle habe ich im ausgebauten Zustand mit einem Walnussstrahlgerät gereinigt. Wäre die Pistole nicht so billig gewesen, hätte das bis zum guten Ergebnis wahrscheinlich auch keine zwei Stunden gedauert.


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    Pleuellager, Kurbellenlager, Kolbenringe kommen selbstredend neu. Ich hatte mir auch eine gebrauchte KW und ein gebrauchtes Pleuel besorgt. Mir war bewusst, dass man Pleuel nur satzweise tauschen soll. Ich hab das gebrauchte Pleuel jedoch gewogen und mein schwerstes Pleuel erleichtert (in Längsrichtung geschliffen), um im Toleranzbereich von +-4g zu bleiben.


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    Da ich wie oben erwähnt 7L aus dem Motor, bei ca. 4,5L Fassungsvermögen geholt habe, habe ich natürlich auch die Injektoren zum Prüfen eingeschickt. Um auszuschließen, dass es wirklich nur ein einem defekten Ölniveausensor und Überfüllung lag. Ich denke bei einer seriösen Firma, die auch nicht angibt man könne die Injektoren überholen, was ja nicht der Fall ist. Sondern die Injektoren bei bis zu 450bar prüft. Das Ergebnis habe ich erhalten. Jetzt wurde mir gesagt, die Injektoren würden zu wenig einspritzen. Ich habe euch mal das Prüfprotokoll angehängt und meine Werte, welche ich vor feststellen des Lageschadens noch ausgelesen habe. Da war allerdings noch Januar, kalt und der Motor lief erst etwa 10 Minuten im Stand. Laut Diagnosetool sind die Daten des Autos in Ordnung, oder? Kann es sein, dass die Injektoren verharzt sind, weil der Motor jetzt ca. ein halbes Jahr still stand? Könnt ihr das Protokoll genauer einordnen? Ich hatte eher Angst, dass die zu viel einspritzen oder den Leckagetest nicht bestehen. Das sieht aber soweit gut aus. Mir wurde geraten die Injektoren zu tauschen und drei Injektoren mit niedrigerem Index angeboten. Das hat mich verwundert, denn meines Wissens nach darf man Index 11 und niedriger nicht mischen? Es sind aber bereits Index 11 Injektoren und die bekommt man ja aktuell gar nicht. Plan wäre aktuell die mal nach dem Einlaufen des Motors mit einer Ladung Injektorreiniger und Volllast zu "reinigen".


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    Und bei aller Liebe und Mühe, die ich wirklich versuche in das Projekt zu stecken, hab ich gestern wohl den ersten schwerwiegenden Fehler gemacht. Ich habe meine Kolben im Ultraschallbad gereinigt. Ich hatte jedoch keinen Ultraschallreiniger mehr. In einem Video auf youtube (von einem Nutzer der eine komplette N43 Revision zeigt) wird "Fettlöser" aus dem Haushalt verwendet. Allerdings ohne Ultraschallbad. Ich habe das Zeug in sehr sehr hoher Konzentration und 30 Minuten im Ultraschallbad gehabt. Das sollte man absolut nicht nachmachen! Der Reiniger hat den kompletten Kolben angegriffen (aber auch die Verbrennungsrückstände 😂). Die Beschichtung beim Kompressionsring und die Beschichtung am Kolbenhemd ist quasi weg. Super. 75tkm Kolben geschrottet. Ärgerlich. Aber mir war klar, dass ich als Laie niemals ohne Fehler einen Motor aufbauen werde... Auch wurde das Material vom Kolben ganz matt. Hätte nicht gedacht, dass der Reiniger so aggressiv ist... Jetzt werde ich mir wohl doch Tipur R33 besorgen müssen. Achja, und neue Kolben...Wirklich ärgerlich und dumm von mir.


    (Links nur grob gereinigt, rechts der war 30 Minuten im Whirlpool...) Man sieht auch die Blasen, die die untere Beschichtung geworfen hat.


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    Ich könnte jetzt für ca. 100 Euro vier gebrauchte Kolben bekommen, die etwa 150tkm gelaufen haben. Haltet ihr die Kolben mit neuer Hohnung und Ringen noch gut für weitere ca. 100tkm bis 150tkm? Bilder vom Hemd habe ich aktuell selbst nicht. Ich hab eigentlich keine Lust jetzt noch Mal 160 Euro pro Kolben von KS auszugeben. Von "Barth" gibt es Kolben auf ebay, bei denen 4 Stück 290 Euro kosten. Hat mit dieser Firma schon jemand Erfahrungen gemacht? https://www.ebay.de/itm/326848977514 Wenn ich mir die Bilder und Beschreibung ansehe, sind die Kolben jedoch minimalst kleiner als die BMW STD Kolben mit 83,996mm. Es gibt auch Firmen, die Kolben neu beschichten. Das wären ca. 55 Euro pro Kolben. Aber da weiß ich nicht, wie schlimm das jetzt raue Material des Kolben ist und wie gut man die Ringnut des Kompressionrings wieder herstellen könnte. Was denkt ihr dazu? So ein bisschen auf das Geld muss ich bei dem Projekt schon achten, das wird eh schon ein extremes Groschengrab.


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  • der bereits eingebaute Austauschmotor ca. 75tkm (original von BMW!).

    Wann wurde der Motor den von BMW getauscht?

    Eigentlich sind doch AT Motoren von BMW komplett überholt u. somit wie neu und nicht gebraucht mit XYZ schon gelaufen (zumindest kenn ich das nur von früher zu E36/E46 zeiten noch so), daher wundert mich der Zustand von deinem.

    enjoy the little things .... ps: auch ich gehe mit der Zeit und Fahre E Autos: E30, E30, E36, E36, E87, E91

  • Glaub mir, ich war genau so verwundert/schockiert. Hab gerade mal nachgeschaut, hab mich oben etwas vertan. Austauschmotor im Januar 2016, bei 90tkm. Jetzt hat das Fahrzeug 191tkm. Also hat der Motor 101tkm drauf. Aber ja, erschreckend. Hab sogar vor dem Kauf bei dem BMW Autohaus angerufen, weil es keine Rechnung gab sonder nur ein Stempel/Eintrag im Serviceheft war. Dort wurde mir gesagt, dass der Motor komplett getauscht wurde. Und sie es mir aus Datenschutzgründen nicht sagen dürften, aber sie würden eigentlich nur Neumotoren verbauen.

  • Ah ok, dann war er 2016 mehr oder weniger neu und hat jetzt nach 10 Jahren die 101tkm gelaufen.
    Eigentlich sollten 101tkm gar nichts für ein Motor sein, aber das der jetzt schon so ausschaut oha.

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