Die Kratzer entstehen ja beim Ziehen der Eiskristalle über den Lack. Da ist es dann völlig gleich, ob die Kristalle durch die "Borsten" eines Fegers oder durch ein Microfasertuch gezogen werden, es wird ja wohl kaum jemand hingehen und den roten Straßenfeger dafür verwenden.
Jein. 
Um Kratzer entstehen zu lassen, müssen zwei Dinge zusammenkommen:
Harte "Körner" und hoher Druck.
Ein halbwegs weicher Handfeger vermeidet solche Druckspitzen. Beim
normalen abfegen passiert deshalb gar nichts. Trotzdem würde ich ver-
meiden, dass der Handfeger mit sandhaltigem Schmutz (Sand = Silizium)
in Kontakt kommt. Also besser nicht im Bereich der Räder damit hantie-
ren, wenn man danach Haube und Dach freifegen will.
Viel kritischer ist das Kratzen von Scheiben, wie das Wort "Kratzen"
eigentlich schon suggeriert. Ein planer Eiskratzer aus Kunststoff (Metall
wäre der Supergau) MUSS in der Praxis schon rein deshalb bleibende
Kratzer auf den Scheiben verursachen, weil diese Scheiben an einem
im Straßenverkehr bewegten, und draußen abgestellten Automobil so
gut wie immer schmutzig sind, und der Schmutz eben auch Sand-, also
Siliziumpartikel enthält. Und Silizium ist ähnlich hart wie das Glas, genau
genommen sogar härter.
Wem das nicht einleuchtet, der stelle sich folgendes Szenario vor: Mal
angenommen, Scheibe und Eiskratzer sind plan. Nun nehmen wir mal an,
es befinden sich zwei vgwl. große Sandkörnchen zwischen Scheibe und
Eiskratzer. Der gesamte Druck verteilt sich dann nur noch auf diese
beiden vglw. winzigen und harten "Spitzen". Und glaubt mir, das ergibt
eine gewaltige Flächenpressung schon bei recht harmlos erscheinendem
Anpressdruck.
Kratzer sind da auf die Dauer gar nicht zu vermeiden. Ich habe genug
Autos mit völlig verkratzten Scheiben gesehen. Der Richtungsverlauf
zeigte auch sehr eindeutig, dass es vom Eiskratzen kommt.
Daher kratze ich grundsätzlich an meinen Autos nicht die Scheiben
(Firmen- oder Mietwagen - shice drauf).
Was bleibt einem im akuten Fall?
Garage, per Standheizung oder sonst wie vorwärmen, Enteiser. Anders
geht es nicht. Zuhause habe ich 'ne Garage, für unterwegs nehme ich
Enteiser.
Ansonsten den Lack vor dem Winter versiegeln, nach dem Winter neu
polieren. Die Scheiben am besten ebenfalls versiegeln, aber bitte nicht
mit Wachs, sondern mit Mitteln, die dafür vorgesehen sind. Ich fand
es gut, und dann beschlagen und gefrieren die Scheiben so meist auch
erst gar nicht.
Es ist wie auch sonst bei "Auto & Winter": Eine ordentliche Vorbereitung
ist alles.

BTW, trotzdem frage ich mich manchmal angesichts solcher Fragen,
ob manche Leute zum ersten Mal in ihrem Leben einen Winter erleben,
ja, vielleicht sogar, ob sie noch ein Auto gesehen haben. Man kriegt
doch sonst schon durch Vater (und evtl. Mutter) mit, wie man einen
Winter mit dem Auto bewältigt, oder etwa nicht?
