Beiträge von the bruce


    Wenn man das Fahrwerk wirklich einstellen will/kann, dann ist das tatsächliche Gewicht, sprich Fahrer oder Fahrer+Beifahrer je nachdem schon wichtig. Dann wird mit der Radlastwaage gearbeitet, aber ob das jetzt bei BMW der Fall ist, kann ich natürlich nicht sagen.


    Eine Radlastwaage wird kaum ein Betrieb haben. Das ist nur bei solchen üblich,
    die in irgendeiner Form im Motorsport unterwegs sind. Bei Gewindefahrwerken
    aber keine schlechte Sache, vor allem dann, wenn trotz scheinbar guter Werte
    die Mühle noch zur Seite zieht. Die Ursachen liegen dann nicht selten in "krum-
    men" Radlasten, und die entdeckt man nur auf der Waage.


    Ansonsten kann man kaum sagen, wo es was taugt und wo nicht. Wie ich hier


    das richtige Dämpfersetup finden - Bilstein B16 und B6 Adjustable, ZF Sachs Performance, Öhlins Road & Track, KW V3 usw.


    aber schon mal sagte ist eine anständige Vermessung für nur 40,-- € unmöglich
    kostendeckend durchführbar. Sowas dauert - wenn man es richtig machen will -
    mehr als eine Stunde, mit Probefahrt und Nachkorrektur auch mal zwei Stunden.
    Entscheidend sind immer das Fachwissen und der gute Wille des Mechanikers so-
    wie ein ausreichendes Zeitfenster.


    ;)


    Interessant wär auch das Warmfahren da schalte ich bei ca. 2000rpm, der Meister beim Freundlichen
    meinte aber bis 2500 kann man den ruhig drehen wenn der Motor kalt ist.


    Das ist übertrieben. Gerade im Winter und auf Kurzstrecken macht es Sinn, sich auch mal öfter
    zwischen 2000 und 3000/min aufzuhalten und auch mal etwas Gas zu geben, denn nur so erreicht
    der Motor auf kürzeren Strecken überhaupt halbwegs seine Betriebstemperatur. Andernfalls hat
    man mit Kondenswasser- und Kraftstoffeintrag ins Öl zu kämpfen, und auch der DPF baut zuneh-
    mend Beladung auf, die er nicht los wird.
    Ich will damit nicht sagen, dass man den Motor bei -20° gleich nach dem Start auf 3000/min dre-
    hen soll. Ich will damit auch nicht sagen, dass man in der Stadt wie ein bekloppter fahren muss.
    Aber man darf es mit dem "Schonen" eben auch nicht übertreiben. Das spart zwar Sprit, aber
    es schafft eben neue Probleme - gerade bei Dieseln, die ohnehin träger warm werden, und ganz
    speziell bei solchen mit DPF.


    Das alles war auch vor rund 10 Jahren klar. Und deshalb war ich damals vehement gegen die Ein-
    führung des DPF. Aus technischer Sicht sprach mehr dagegen als dafür. Leider haben Marketing
    und Ökolobbyismus die Sache entschieden.

    Pit und Chris, eure Einwände lasse ich durchaus gelten.


    Wie weit der Eishockeypuck sicher funktioniert, hängt durchaus ab vom Teller des WH und von
    der Aufnahme unterm Auto. Bei BMW immerhin ein Kunststoffblock unterm Schweller.


    Es stimmt auch, dass ein gammeliges Gewinde (beide Seiten - Radnabe und -bolzen) nicht optimal
    ist. Aber dazu sagte ich ja schon: Das gehört dann gereinigt oder eben erneuert und nicht ein-
    fach geölt oder gefettet. Der Tipp mit dem Gewindeschneider ist übrigens gar nicht so übel. BMW
    macht jedenfalls klare Vorgaben und das nicht aus Zufall.
    An der HA kommt ja noch hinzu, dass ein Schmiermitteleintrag in die Bremstrommel der Handbremse
    sicherlich nicht erstrebenswert ist.


    Noch ein Link zum Thema "Billig-Drehmomentschlüssel" - schlichtweg haarsträubend:


    http://www.radforum.de/threads/181144-kalibrierung-drehmomentschluessel-topcraft-lidl


    Das Ding ist unkalibriert schlimmer als gar kein DMS. Eine vorgegaukelte Genauigkeit (man hat ja
    ein gutes Gefühl, weil man einen DMS benutzt hat) ist gefährlich, denn man verlässt sich darauf.



    Und nein, man muss keine Doktorarbeit daraus machen. Aber es ist auch nicht zu verharmlosen.
    Zum Einen möchte niemand ein Rad verlieren. Aber man möchte auch keine verzogenen Radnaben
    und Bremsscheiben. Und will mir hier ernsthaft jemand erzählen, dass zu stramm angeknallte Rad-
    bolzen nicht vorkommen? Und möchte jemand ernsthaft behaupten, dass Bremsenrubbeln nicht
    zu den häufigsten Ärgernissen zählen?


    Das kann man verhindern. Nur muss man sich dann an ein paar Basics halten.


    Der Besuch einer Werkstatt verhindert sowas jedenfalls nicht. Die Jungs stehen unter enormem
    Druck, sie arbeiten in der Radwechselsaison unter akkordähnlichen Verhältnissen. Also muss der
    Druckluftschrauber ran, für das Gewinde säubern fehlt die Zeit und von Hand eindrehen ist auch
    nicht. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass man erst einen Termin machen und ggf. erst
    seine Räder ankarren muss, dann ist das Selbstwechseln die bessere Alternative. Günstiger ist es
    sowieso. Allerdings wird es nur "besser", wenn man es richtig macht und halbwegs brauchbares
    Werkzeug benutzt. Anständiges Werkzeug muss man immerhin nur einmal im Leben kaufen.



    BTW, sollte man den Thread nicht besser in die "Räder & Reifen"-Ecke verschieben?

    Wir sind sicherlich für jeden sachdienlichen Input dankbar und rein gefühlt habe ich eben-
    falls den Eindruck, dass man mit aktuellen Pirelli und Michelin RFT nicht schlecht bedient ist
    - wenn es denn wirklich RFT sein muss.


    Aber was soll das Geschwurbel?


    "Es hat sich des öfteren gezeigt"? Bei wem? Wann? Wo? Bist du Reifenhändler? Hast du
    beide "untersucht"? Oder ist das dein subjektiver Eindruck?


    Sorry, aber wer solche Aussagen tätigt, der sollte auf ein klein wenig Hintergrund liefern.
    Geheimnisvoll ominöse Einlassungen irritieren mehr als dass sie helfen.

    Wenn Bilstein die B4 auch in einer Variante für das M-Fahrwerk anbietet und man das Budget
    für B6 oder B8 nicht hat, dann sind die schon ok. Es sind halt normale Zweirohrdämpfer wie
    Serie und kein Einrohr-Gasdruck wie die teureren gelben Sachen von Bilstein.
    Qualitativ schlechter als ZF Sachs oder orig. BMW sind sie jedenfalls nicht. Aber günstiger.


    Bei der Zuordnung der Teilenummern kann ich nicht helfen. Entweder man ruft bei dem Laden
    an, man fragt Bilstein, oder man lässt sich vor Ort beraten. Fragen kostet nichts.

    Fahr mal nachts auf die (leere) Autobahn und bremse aus über 200 auf etwa 100 runter.
    Feste, aber ohne ABS-Eingriff. Dann ein paar Minuten abkühlen lassen und das Gleiche
    nochmal. Danach müssen die Scheiben blank sein.


    Der Vollständigkeit halber füge ich hinzu, dass man das mit neuen Belägen erst machen
    sollte, nachdem sie wie beim TE mind. ein paar hundert km eingelaufen sind.

    Einige Beiträge hier sind grob fahrlässig. Seid nicht böse, aber wer hier dazu animiert die Radschrauben
    zu ölen oder zu fetten, der hat keine Ahnung und sollte sich hier besser mit Ratschlägen zurückhalten.
    Gut gemeint ist eben nicht immer wirklich auch gut. Auch Kupferpaste hat an Rad und Bremse absolut
    nichts zu suchen. BMW untersagt das strikt und das aus guten Gründen.*
    Generell sind diese Drehmomentvorgaben auf trockene Verbindungen ausgelegt. BMW hat sich was dabei
    gedacht, und da macht es eben keinen Sinn, wenn Internet-Halbwissende sich für schlauer halten als
    Hundertschaften nicht eben dämlicher Ingenieure bei BMW.**



    Für den TE und alle anderen, die es interessiert:


    Zunächst besorgt man sich eine hochwertige 17er Kraftnuss, eine kurze Verlängerung und einen brauch-
    baren Drehmomentschlüssel. Und nein, es geht nicht ohne. Die Dinger aus der Grabbelkiste haben aben-
    teuerliche Abweichungen:


    http://www.offroadforen.de/vb/showthread.php?48296-Test-Drehmomentschl%FCssel-mit-haarstr%E4ubendem-Resultat


    Es gibt noch viel haarsträubendere Berichte über Chinateile. Hab jetzt keine Zeit die auch noch zu suchen.
    Zum Lösen festsitzender Schrauben sind die Billigdinger aber gut genug.


    Die hier dagegen taugen halbwegs:


    AUTO CLASSIC Magazin
    Auto Classic
    www.autoclassic.de


    http://www.motorradonline.de/rat-und-tat/drehmomentschluessel-unter-100-euro-im-vergleichstest/435265


    Gedore, Hazet und Stahlwille bieten bereits für um die 100 € was brauchbares an und auch ein Proxxon
    tut's hinreichend, wenn man sorgsam mit ihm umgeht, ihn also nach der Arbeit entspannt und nicht zum
    Lösen missbraucht.***



    Einen Hydraulikwagenheber hat der TE ja bereits. Wenn das ein Billigding mit diesem unsäglichen Stahl-
    krallenteller sein sollte, dann man man einen Eishockeypuck zwischen legen, der kostet um 5 €.
    Desweiteren braucht man irgendwas passendes zum Sichern gegen Wegrollen, eine Drahtbürste und eine
    Tube Keramikpaste, bspw. Pagid Ceratec. Ähnliches gibt es auch von CRC, Berner, Würth, Liqui Moly und
    Castrol. Auch dünne Arbeitshandschuhe sind kein Fehler. Maurerhandschuhe sind ungeeignet. Zuletzt einen
    Markierstift, bspw. in weiß oder gelb, um damit die Position der Räder auf der Innenseite kenntlich machen
    zu können. Ein Luftdruckmesser ist auch kein Fehler, aber der sollte dann auch genau sein. Für 'nen Zwan-
    ziger bekommt man schon was ordentliches.


    Noch ein Wort zur Position: Fährt man Mischbereifung, dann hat man keine Wahl. Alles bleibt da, wo es im
    Vorjahr war. Fährt man rundum das gleiche Format, dann werden jedes Jahr abwechselnd die Räder vorne
    und hinten getauscht. Nur so fährt man die reifen gleichmäßig runter, muss später neue Reifen kaufen und
    kann dann auch immer den rundum gleichen Typ fahren. Was eindeutig das Beste ist. Auf gar keinen Fall
    jedoch ändert man ohne triftigen Grund die Seite - links bleibt links und rechts bleibt rechts.



    Dann zum Wechsel selbst:


    - zu montierende Räder auf Schäden inspizieren
    - Adapter für diebstahlhemmende Radschrauben parat legen
    - ebenso bei Fremdfelgen geeignete Radschrauben (!!!)
    - Fzg. auf ebener und glatter (wegen der Rollen des WHs) Fläche abstellen
    - bei Tieferlegung dickere Bretter auf den Boden legen und drauf fahren (warum wisst ihr wenn ihr es nicht macht)
    - Radschrauben lösen, aber noch nicht herausdrehen
    - Fzg. auf der anderen Seite gegen Wegrollen sichern > Keile + Handbremse + Gang einlegen
    - mit Wagenheber und geeigneter Zwischenlage (Puck) an vorgesehener Stelle (BDA) anheben
    - idealerweise heben beide Räder einer Seite ab, das ist mit Nachrüstfahrwerken leichter****
    - Rad abnehmen, Position markieren (VL, HR 2014 etc.)
    - Radnabe und Zentrierung mit Drahtbürste säubern (blank)
    - Zentrierung (und nur die) dünn (!!) mit Keramikpaste bestreichen (niemals Kupferpaste)
    - auch die Zentrierung der Felge säubern (hier reicht ein Lappen)
    - Räder sauber ansetzen, Radschrauben von Hand eindrehen (ggf. Nuss + Verlängerung als Eindrehhilfe)
    - dann über Kreuz mit normaler 1/2-Ratsche oder mit DMS mit maximal 50 Nm anziehen
    - wenn das an beiden Rädern passiert ist > ablassen, dann (wieder über Kreuz) mit 120 Nm anziehen
    - dito auf der anderen Seite
    - ggf. Räder und Reifen vor dem Einlagern säubern und auf Schäden untersuchen
    - nach rund 100 km das Anzugsmoment prüfen



    That's it. Jedenfalls soweit ich nichts vergessen habe.



    Wenn die Radschrauben schwergängig sind, dann gehören sie entweder ersetzt oder man entrostet
    und säubert sie alle mit der Drahtbürste. Ja, das ist Fummelarbeit. Aber auf gar keinen Fall versucht
    man den Rost mit Schmierstoffen zu kompensieren. Das ist Pfusch. Radbolzen werden nicht geölt und
    nicht gefettet, s.o. und den Link unten.



    Warum sollte man nach 50 bis 150 km das Anzugsmoment prüfen, wenn sich doch in aller Regel nichts
    mehr tut? Weil wir alle Menschen sind. Und Menschen machen bekanntlich auch mal Fehler.
    Das Nachziehen nach rund 100 km hat einen ganz simplen Zweck. Dabei fällt nämlich ggf. folgendes auf:


    - ein (vorher) versehentlich unzureichendes Anzugsmoment
    - eine einzelne vergessene Radschraube


    Wer jetzt behaupten wollte, dass das niemals vorkommt, der ist ein Träumer.


    Denn sein wir mal ehrlich, einen absolut fehlerfreien Mechaniker gibt es nicht und einen absolut fehler-
    freien Heimwerker ebenfalls nicht. Da ist es doch nicht verkehrt einen zusätzlichen Sicherheitsmecha-
    nismus zu schaffen. Zweimal den Schlüssel ansetzen ist nunmal statistisch eindeutig sicherer als einmal.



    Ich hoffe, das ist soweit vollständig und hilft dem Einen oder Andren ein wenig weiter.



    * elektrisch leitfähig, daher nicht kompatibel mit DSC-Sensorik; Unverträglichkeit mit Leichtmetallen
    > elektrochemische Spannungsreihe


    ** http://www.tuev-sued.de/upload…9409138985/09_beyer_d.pdf


    *** Eine Ausnahme bilden lediglich DMS mit Arretierfunktion, die explizit vom Hersteller zum Lösen von
    Verschraubungen gedacht sind. Mein alter DMS ist so einer, den nehme ich dafür. Und den Neueren
    dann zum Anziehen.


    **** Praktisch sämtliche Gewindefahrwerke und die meisten Sportfahrwerke (B12/B8-Dämpfer) besitzen
    verkürzte Ausfederwege, die Dämpfer weisen also einen kürzeren Aushub auf.