Beiträge von the bruce

    Einige Beiträge hier sind grob fahrlässig. Seid nicht böse, aber wer hier dazu animiert die Radschrauben
    zu ölen oder zu fetten, der hat keine Ahnung und sollte sich hier besser mit Ratschlägen zurückhalten.
    Gut gemeint ist eben nicht immer wirklich auch gut. Auch Kupferpaste hat an Rad und Bremse absolut
    nichts zu suchen. BMW untersagt das strikt und das aus guten Gründen.*
    Generell sind diese Drehmomentvorgaben auf trockene Verbindungen ausgelegt. BMW hat sich was dabei
    gedacht, und da macht es eben keinen Sinn, wenn Internet-Halbwissende sich für schlauer halten als
    Hundertschaften nicht eben dämlicher Ingenieure bei BMW.**



    Für den TE und alle anderen, die es interessiert:


    Zunächst besorgt man sich eine hochwertige 17er Kraftnuss, eine kurze Verlängerung und einen brauch-
    baren Drehmomentschlüssel. Und nein, es geht nicht ohne. Die Dinger aus der Grabbelkiste haben aben-
    teuerliche Abweichungen:


    http://www.offroadforen.de/vb/showthread.php?48296-Test-Drehmomentschl%FCssel-mit-haarstr%E4ubendem-Resultat


    Es gibt noch viel haarsträubendere Berichte über Chinateile. Hab jetzt keine Zeit die auch noch zu suchen.
    Zum Lösen festsitzender Schrauben sind die Billigdinger aber gut genug.


    Die hier dagegen taugen halbwegs:


    AUTO CLASSIC Magazin
    Auto Classic
    www.autoclassic.de


    http://www.motorradonline.de/rat-und-tat/drehmomentschluessel-unter-100-euro-im-vergleichstest/435265


    Gedore, Hazet und Stahlwille bieten bereits für um die 100 € was brauchbares an und auch ein Proxxon
    tut's hinreichend, wenn man sorgsam mit ihm umgeht, ihn also nach der Arbeit entspannt und nicht zum
    Lösen missbraucht.***



    Einen Hydraulikwagenheber hat der TE ja bereits. Wenn das ein Billigding mit diesem unsäglichen Stahl-
    krallenteller sein sollte, dann man man einen Eishockeypuck zwischen legen, der kostet um 5 €.
    Desweiteren braucht man irgendwas passendes zum Sichern gegen Wegrollen, eine Drahtbürste und eine
    Tube Keramikpaste, bspw. Pagid Ceratec. Ähnliches gibt es auch von CRC, Berner, Würth, Liqui Moly und
    Castrol. Auch dünne Arbeitshandschuhe sind kein Fehler. Maurerhandschuhe sind ungeeignet. Zuletzt einen
    Markierstift, bspw. in weiß oder gelb, um damit die Position der Räder auf der Innenseite kenntlich machen
    zu können. Ein Luftdruckmesser ist auch kein Fehler, aber der sollte dann auch genau sein. Für 'nen Zwan-
    ziger bekommt man schon was ordentliches.


    Noch ein Wort zur Position: Fährt man Mischbereifung, dann hat man keine Wahl. Alles bleibt da, wo es im
    Vorjahr war. Fährt man rundum das gleiche Format, dann werden jedes Jahr abwechselnd die Räder vorne
    und hinten getauscht. Nur so fährt man die reifen gleichmäßig runter, muss später neue Reifen kaufen und
    kann dann auch immer den rundum gleichen Typ fahren. Was eindeutig das Beste ist. Auf gar keinen Fall
    jedoch ändert man ohne triftigen Grund die Seite - links bleibt links und rechts bleibt rechts.



    Dann zum Wechsel selbst:


    - zu montierende Räder auf Schäden inspizieren
    - Adapter für diebstahlhemmende Radschrauben parat legen
    - ebenso bei Fremdfelgen geeignete Radschrauben (!!!)
    - Fzg. auf ebener und glatter (wegen der Rollen des WHs) Fläche abstellen
    - bei Tieferlegung dickere Bretter auf den Boden legen und drauf fahren (warum wisst ihr wenn ihr es nicht macht)
    - Radschrauben lösen, aber noch nicht herausdrehen
    - Fzg. auf der anderen Seite gegen Wegrollen sichern > Keile + Handbremse + Gang einlegen
    - mit Wagenheber und geeigneter Zwischenlage (Puck) an vorgesehener Stelle (BDA) anheben
    - idealerweise heben beide Räder einer Seite ab, das ist mit Nachrüstfahrwerken leichter****
    - Rad abnehmen, Position markieren (VL, HR 2014 etc.)
    - Radnabe und Zentrierung mit Drahtbürste säubern (blank)
    - Zentrierung (und nur die) dünn (!!) mit Keramikpaste bestreichen (niemals Kupferpaste)
    - auch die Zentrierung der Felge säubern (hier reicht ein Lappen)
    - Räder sauber ansetzen, Radschrauben von Hand eindrehen (ggf. Nuss + Verlängerung als Eindrehhilfe)
    - dann über Kreuz mit normaler 1/2-Ratsche oder mit DMS mit maximal 50 Nm anziehen
    - wenn das an beiden Rädern passiert ist > ablassen, dann (wieder über Kreuz) mit 120 Nm anziehen
    - dito auf der anderen Seite
    - ggf. Räder und Reifen vor dem Einlagern säubern und auf Schäden untersuchen
    - nach rund 100 km das Anzugsmoment prüfen



    That's it. Jedenfalls soweit ich nichts vergessen habe.



    Wenn die Radschrauben schwergängig sind, dann gehören sie entweder ersetzt oder man entrostet
    und säubert sie alle mit der Drahtbürste. Ja, das ist Fummelarbeit. Aber auf gar keinen Fall versucht
    man den Rost mit Schmierstoffen zu kompensieren. Das ist Pfusch. Radbolzen werden nicht geölt und
    nicht gefettet, s.o. und den Link unten.



    Warum sollte man nach 50 bis 150 km das Anzugsmoment prüfen, wenn sich doch in aller Regel nichts
    mehr tut? Weil wir alle Menschen sind. Und Menschen machen bekanntlich auch mal Fehler.
    Das Nachziehen nach rund 100 km hat einen ganz simplen Zweck. Dabei fällt nämlich ggf. folgendes auf:


    - ein (vorher) versehentlich unzureichendes Anzugsmoment
    - eine einzelne vergessene Radschraube


    Wer jetzt behaupten wollte, dass das niemals vorkommt, der ist ein Träumer.


    Denn sein wir mal ehrlich, einen absolut fehlerfreien Mechaniker gibt es nicht und einen absolut fehler-
    freien Heimwerker ebenfalls nicht. Da ist es doch nicht verkehrt einen zusätzlichen Sicherheitsmecha-
    nismus zu schaffen. Zweimal den Schlüssel ansetzen ist nunmal statistisch eindeutig sicherer als einmal.



    Ich hoffe, das ist soweit vollständig und hilft dem Einen oder Andren ein wenig weiter.



    * elektrisch leitfähig, daher nicht kompatibel mit DSC-Sensorik; Unverträglichkeit mit Leichtmetallen
    > elektrochemische Spannungsreihe


    ** http://www.tuev-sued.de/upload…9409138985/09_beyer_d.pdf


    *** Eine Ausnahme bilden lediglich DMS mit Arretierfunktion, die explizit vom Hersteller zum Lösen von
    Verschraubungen gedacht sind. Mein alter DMS ist so einer, den nehme ich dafür. Und den Neueren
    dann zum Anziehen.


    **** Praktisch sämtliche Gewindefahrwerke und die meisten Sportfahrwerke (B12/B8-Dämpfer) besitzen
    verkürzte Ausfederwege, die Dämpfer weisen also einen kürzeren Aushub auf.

    Es wundert mich nicht wenn die vorderen Reifen außen stärker abgefahren sind.
    Wenn man viel Landstraße fährt, die Strecke gut kennt und man gerne flott unter-
    wegs ist, dann kommt das vor.
    Aber hinten? Da verhindert sowas eigentlich der Sturz in der Gegend von -1°30'
    bis -2°. Du hattest bei der ADAC-Vermessung knapp -2° und sogar Nachspur an
    der HA. Da kann das also nicht sein. Es müssten eher die Innenkanten glatt sein.


    Hast du dich nicht vertan?

    Woher wissen wir eigentlich, dass es wirklich die Dämpfer sind? Hat mal jemand nach
    seinen Reifen gefragt? Oder nach den genaueren Umständen des "Schwimmens ab 140"?


    Neue Dämpfer sind zwar jenseits der 100 Tkm nie verkehrt, aber da kann noch viel viel
    mehr im Argen liegen. Vielleicht klären wir den Fall besser erst und sehen dann weiter.

    Wie oft guckst du eigentlich dein Auto von außen an, wenn du damit fährst?


    Und deine "Berechnung": Vergiss die einfach. Jedes Auto wiegt unterschiedlich und jeder
    Hersteller hat andere Federnsätze, die unterschiedliche Gewichtsklassen abdecken müssen.
    Da ist eine exakte Prognose der Standhöhe völlig unmöglich. Erst nach dem Einbau weiß man
    wirklich was rauskommt (oder wenn man jemanden kennt, der wirklich das gleiche Auto hat
    und mit eben diesen Federn).


    Anders ist es nur bei den werksseitigen Federn. Davon gibt es deshalb auch viel mehr Typen.
    Je nach Motor, Karosserievariante, Ausstattung und natürlich Fahrwerksart.

    Leute, das Pferd ist tot geritten. Solange sich keiner findet, der einen Rudelkauf
    wirklich ernsthaft in die Hand nimmt, wird das auch niemals was werden. Und von
    "in die Hand nehmen" kann ja hier wohl keine Rede sein. Wenn man sich angeblich
    um die SB kümmert, dann lässt man das nicht wochenlang schleifen. Das muss auch
    mal klar gesagt werden.
    Es ist wohl das Beste, jeder kümmert sich um seine Räder selbst. Wer hier noch an
    eine Sammelbestellung glaubt, der wird bis zum kommenden Winter auf seinen Win-
    terschluffen fahren.

    Guckst du EWG. Steht alles drin, welche Felge mit welchem Reifen. Hassu nicht, lässt du
    dir EWG von BMW schicken.


    Ich wage zu behaupten, dass die 205er auf dem 1er wie beim 3er auf eine 7x16 gehören.
    Die 7x16 bekommt man gebraucht hinterher geworfen. Da kannst du vermutlich weitge-
    hend kostenneutral tauschen.

    Klar, wie immer:
    Einfach mal das Gutachten lesen und dann weiß man, was stressfrei eintragungsfähig ist.


    Ob das technisch besser ist wäre erst zu beweisen. Wer sagt denn, dass die Federraten
    der Vogtland nennenswert von denen der M-Federn abweichen? Und woher will man wissen,
    ob die Federn mit einem solchen 20 mm-Spring-Distance-Kit nicht schon vor Eingreifen des
    PU-Anschlagbegrenzers auf Block gehen? Das wäre fatal (ggf. Karosserieschaden und Abflug).
    Ich kann beides nicht aus dem Stegreif beantworten. Und ich bezweifle, dass es jemand
    anderes kann. Wissen sollten das aber die Fahrwerkshersteller, wenn sie ihre Arbeit richtig
    gemacht haben.