Soll das wirklich was bringen? Also ich hatte im umkehrschluss zu wenig Vorspur wodurch meine 255er mit dem 30er Querschnitt in einer Saison ohne Probleme hinten bis aufs Gewebe abgelaufen sind. Das Untersteuern war jedoch nicht mehr oder weniger, was auch der Mischbereifung geschuldet ist. Aber was soll man machen, wenn man Originalfelgen liebt
Fakt ist, beim F30 wurde die hintere Vorspur deutlich reduziert, also sichtbar und es geht auch mit geringen Querschnitten ohne extremes ablaufen der Innenflanken. Es muss doch hier einen Kompromiss geben, denn die Krasse Vorspur des E9x behindert ja auch viele beim tieferlegen, es kann doch nicht sein, dass BMW für die 19er soviel Spur braucht, damit die nicht ablaufen, da muss doch was ärgeres im Busch sein
Vorweg: Was die Fahrweise angeht bin natürlich ganz bei dir. Gerade das DSC bei BMW ist recht tolerant
(auch verglichen mit ESP beim MB), da muss man sich auf öffentlichen Straßen nicht gegängelt fühlen. Und
zum Austoben gibt es Touristenfahrten auf dem HHR und am NBG sowie Trackdays.
Zur Vorspur an der HA: Natürlich ist sie vor allem wichtig für die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten
und spielt auch für den Reifenverschleiß eine entscheidende Rolle. Und für das Eigenlenkverhalten im Grenz-
bereich sind andere Parameter wie Sturz und Reifenwahl selbstverständlich noch relevanter als die Spurein-
stellung, wenn wir mal von extremen Werten absehen, wie sie im Rallyesport üblich sind (dort wird hinten
krasse Nachspur gefahren - übrigens auch auf bei Driftveranstaltungen).
Eine Auswirkung hat es aber schon: Stellt man die Vorspur an der HA auf einen eher hohen Wert, sagen wir
mal +30' bis +40' (Minuten, nicht Grad), dann ist das Heck nicht nur beim hohem Tempo wie angenagelt,
sondern vor allem subjektiv auch in Kurven auf Landstraßen. Es stellt sich das Gegenteil von "Mitlenken" ein.
Umgekehrt wird das Auto mit einer sehr geringen Vorspur an der HA (etwa 0°00' bis +0°10') deutlich kurven-
williger. Das kann und wird natürlich dann bei Langstreckenbetrieb auf Kosten des Reifenverschleißes gehen,
konkret: Die Innenkanten sind schneller weg. Natürlich hängt das auch wieder vom Sturz ab.
So oder so: Wer mal mit verschiedenen Spurwerten experimetiert hat, der wird gestaunt haben, wie sehr
sich das subjektiv auf das Fahrverhalten ausgewirkt hat. Zehn Minuten mehr oder weniger merkt man schon
ziemlich deutlich.
Übrigens gilt bezogen auf einen gleichmäßigen Verschleiß (und für normalen Alltagsbetrieb) auch nach wie vor
die alte Grundregel, dass die Vorspur an den Sturz anzupassen ist. Viel Sturz gehört auch mit etwas mehr
Vorspur kompensiert. Ich persönlich bevorzuge ohnehin möglichst geringe Sturzwerte am unteren Rand des-
sen, was der Hersteller vorgibt. Damit erreicht man auf jeden Fall auch den geringstmöglichen bzw. gleich-
mäßigsten Reifenverschleiß an der HA. Desweiteren hilft natürlich ein regelmäßiger Tausch vorne/hinten, was
natürlich leider nicht bei Mischbereifung geht.