Wenn du der Ansicht bist, dass ein Allradler nur im Winter Sinn macht, liegst du falsch, auch im Sommer macht der Allradantrieb Sinn, denn man merkt es fahrtechnisch schon, ob alle Vier Räder für Vortriebskraft sorgen oder nur die Hinterräder/Fronträder, die Fahrdynamik ist eine ganz andere.
Vielleicht mal was zu den Grundlagen. Ein Reifen kann gewisse Kräfte übertragen, und zwar
1) Längskräfte (Antrieb, Bremse)
2) Querkräfte (Richtung)
Wenn die in Summe einen gewissen Betrag übersteigen (einen Summenvektor) kann das Rad keine Querkräfte nicht mehr übertragen und beginnt zu rutschen. Dann geht es nur noch in die Richtung, in die das Auto gerade schiebt. Das ist die wichtigste Aufgabe für "ABS": nicht den Bremsweg zu verkürzen, sondern das Übertragen von Querkräften zu ermöglichen, also das Auto lenkbar zu halten!
Insofern stimmt es, dass die Fahrdynamik eine andere ist, aber das darf man nicht mit "besser" übersetzen. Wer in einer Kurve Gas gibt, reduziert über die eingebrachten Längskräfte die übertragbaren Querkräfte - das Auto untersteuert. Ich denke, das kennt auch fast jeder hier aus der Praxis, der sein Auto nicht um die Ecken trägt.
Außerdem werden auf diese Weise alle Räder ziemlich gleichmässig belastet, also abgefahren.
Auch Quatsch.
Die Vorderräder übernehmen den Mehrteil der Seitenführungskräfte und der Bremskräfte. Wenn sie jetzt auch noch einen Teil der Antriebskräfte übernehmen, muss der Verschleiß an der VA höher sein.
Es kann natürlich Ausnahmen geben, Leute die Dragsterrennen mit dem E9x fahren oder generell einen überaus schweren Gasfuß haben, haben abweichende Verschleißbilder. Im Normalfall aber nicht.
Wer sich also einen BMW mit Xdrive zulegt, diesen dann aber durch Software still legt, der verzichtet freiwillig auf die Vorteile eines Allradantriebes
Und reduziert die Nachteile. Leider wird man sie nicht ganz los. Das Geraffel hängt ja noch unter dem Auto.