Unfall nicht bekannt. Laut Aussage vom Verkäufer Unfallfrei.
Dem solltest du unbedingt nachgehen, jedenfalls wenn sich keine "einfache" Ursache findet.
Hast du ihn von privat oder beim Händler gekauft? Wahrheitsgemäße Angaben muss allerdings
auch der Privatmann machen.
Also Anhand der Spurdifferenz kann man ermitteln, welches Teil kaputt ist ?
Aus Sturz, Spreizung, Nachlauf und Spurdifferenz sowie bei klarem Kopf kann man Rück-
schlüsse ziehen. Die Antwort lautet also ja.
wenn wir hier von einem Grad sprechen; ist die Verkehrstüchtigkeit so dermaßen eingeschränkt?
So könnte ich nicht mehr fahren?
Zum 100 % kann dir von hier aus niemand was Genaues sagen, aber wenn du so schon
seit Monaten rumfährst, dann wirst du auch noch sicher bis zur Werkstatt kommen.
Nur würde ich lange Ausflüge und hohes Tempo vermeiden. Und natürlich die Sache
in der kommenden Woche konsequent angehen.
Kannst du einen guten Achsmesser sagen, bei dem ich mal Anfragen kann?
Ich weiß nicht mal wo du wohnst. Aber das erinnert mich daran, dass wir schon lange
mal eine Liste mit empfehlenswerten Vermessern erstellen wollten. Nur muss man erst
beurteilen können wer etwas taugt (da helfe ich dann aber schon). Und einer müsste
anfangen.
Frage: wir sprechen doch hier von einem Grad oder ? Oder ist das ein anderer Maßstab?
Ja, immer Grad° und Minuten'. Ein Grad sind sechzig Minuten, also: 1° = 60'.
Im Prinzip wie bei der Uhrzeit.
Beim Sturz sind Werte zwischen 0° und -2° üblich im Straßenverkehr, die Spurwerte
sind immer erheblich kleiner, das sind nur Minuten, so von 0°00 bis vielleicht +0°30'.
Was dann ein halbes Grad wäre.
Der Nachlauf liegt heute gerne bei 5°bis 10°. Früher hatten Kleinwagen kaum Nachlauf,
manche Porsche und Mercedes liegen sogar über 10°, aber das ist die Ausnahme. Die
Spreizungswerte sind noch etwas höher. Und der sogenannte kombinierte Winkel ist
schlichtweg die Addition von Sturz und Spreizung, natürlich unter Beachtung der Vor-
zeichen.
Grundsätzlich dürfte man doch garkeine Achsvermessung machen, wenn Schäden an Fahrwerksteilen bestehen oder ? Weil die Einstellung dann ja garkeinen Sinn hätte.
Das steht auch so in allen Arbeitsanweisungen, nicht nur der Autohersteller. Erst das
Fahrwerk auf Schäden prüfen, dann vermessen.
Allerdings sieht man manche Sachen nicht mit bloßem Auge. Eingerissene Gummilager
kann man vielleicht erkennen (auch nicht immer leicht), aber ein verzogenes Schwenk-
lager erkennt man eben erst bei der Vermessung. Das ist ja auch das Gute an einer
Vermessung. Sie dient nicht nur dazu ggf. etwas auf Sollwerte einzustellen, sondern
auch der Schadensdiagnose. Insofern macht das Vermessen also auch dann Sinn wenn
man schon grundsätzlich weiß, dass was nicht in Ordnung ist. Es ist halt i.d.R. einfach
wirtschaftlicher halbwegs sicher zu wissen was man austauschen muss, anstatt blind
einfach alles zu erneuern. Außer man will sowieso M3-Teile (was auch du dir überlegen
kannst).
Welche Konsequenzen hätte man bei einem Sturz von einem Grad? Außer dass der Reifen sich einseitig frisst.
Ein Grad wäre für sich betrachtet gar nicht schlimm, wenn es denn links und rechts
identisch wäre. Du hast es ja einseitig.
Zunächst mal hat man ungleiches Fahrverhalten in Links- und Rechtskurven, einen
suboptimalen Geradeauslauf einschl. möglichem Verziehen beim Bremsen aus höhe-
rem Tempo und natürlich ungleichmäßigen Reifenverschleiß.
Das eigentliche Problem liegt aber doch darin, dass wir wissen, dass ein serienmä-
ßiger 3er soviel Sturz gar nicht ohne Schäden erreicht, und wahrscheinlich reicht
selbst das Entfernen des Zentrierdorns im Domlager nicht ganz aus, falls der Vorbe-
sitzer das gemacht haben könnte. Mal abgesehen davon, dass es keinen Sinn ergäbe.
Es muss also was faul sein. Trotzdem kannst du mal nachsehen ob der Zentrierdorn
beidseitig noch drin ist.
Ich bin leider sehr pingelig und bis Montag werde ich keine Werkstatt aufsuchen können.
Wieso leider? In diesen Dingen ist pingelig genau richtig. Aber keine Panik, du be-
kommst das schon gelöst.