nach längerer Recherche sind mir einige Unsicherheiten zum Thema Sachs Gewindefahrwerk versus KW V3 aufgetaucht:
- das Sachs GWFW hat nur eine kombinierte Zug- und Druckstufenverstellung. Das bedeutet, man kann nicht beliebig die Fahreigenschaften unabhängig vom Fahrkomfort einstellen.
Jede Änderung der Dämpfereinstellung beeinflusst den Komfort, ob nun nur Zugstufe, nur Druckstufe
oder gemeinsam.
Selbstverständlich bietet die getrennte Einstellung dem Profi mehr Möglichkeiten. Gleichzeitig bringt
es aber auch dem Normalo mehr Fehlerquellen. So ist es nunmal. Bilstein, Öhlins und Sachs bevorzugen
in diesem Segment die gemeinsame Einstellung und die ist auch leicht von unten erreichbar. Versuch
mal beim V3 an der HA von oben an den Dämpfer zu kommen. Jede Wette, das wirst du kein zweites
Mal nachjustieren weil es dir zu mühsam ist.
- das Sachs GWFW gibt es nur in einer Ausführung für E9x und E8x.Das bedeutet, die Federn für die HA sind entweder beim 1er zu hart oder beim 3er zu weich. Man muss das durch Höhen- und Dämpfereinstellung korrigieren, grenzt sich dabei mit der Parametereinstellbarkeit zusätzlich ein. KW verbaut im V3 für den 1er andere Federn als für den 3er - bessere Einstellmöglichkeit für maximalen Grip bei maximalem Komfort.
Es gibt nicht eine einzige alle glückselig machen Federrate. Es ist immer ein Kompromiss aus Handling
und Komfort. Für einen 116i wird es etwas knackiger und bei einem 330d etwas komfortabler. Und
der Dämpfer wird auf die Feder abgestimmt (sagt auch WW in seinem Buch). Insofern würde es selbst
dann passen wenn die Dämpfer nicht einstellbar wären. Vorausgesetzt der Einstellbereich des Gewindes
passt für beide. Die Federwege werden aber ohnehin in beide Richtungen vom Dämpfer begrenzt.
- Der vermeintliche Vorteil, das das Sachs GWFW sich auch auf nur 20mm tiefer legen lässt, ist nicht wirklich gegeben, da sich der Optimalbereich für Ein- und Ausfederweg sicherer bei einer stärkeren Tieferlegung befindet. d.h. wenn man das Sachs auf M-Fahrwerkshöhe einstellt, landet man am Ende bei einer Dämpfereinstellung, die ähnlich hart wie die des M-Fahrwerks ist.
Ähh, den letzten Satz verstehe ich nicht - wieso? 
Selbstverständlich sollte man sich wie bei jedem Gewinde im erlaubten Einstellbereich bewegen.
Zu tief bedeutet zu wenig Einfederweg, zu hoch bedeutet zu wenig Ausfederweg (und im Extremfall
die Gefahr des auf Block Gehens der Feder).
- wenn man sich das KW V3 bei WW einbauen lässt, gibt es 5 Jahre Garantie.
Das ist ein Argument, keine Frage. Wenn das ein wichtiges Kriterium ist nimm das KW V3.
- Auf der Nordschleife ist KW schneller als Sachs (sagt WW). ->besseres Fahrwerk.
Nun, offensichtlich hast du ja mit W.W. telefoniert. Wenn er KW verkauft und das V3 in den höchsten
Tönen anpreist, dann ist das doch wenig verwunderlich, sogar legitim. Zu ernst nehmen würde ich es
bei allem Respekt trotzdem nicht. Und ich bezweifle sogar, dass er jemals ein Sachs Performance in
einem E9X auf der Nordschleife gefahren ist. Sorry, das ist mir etwas zu weit hergeholt. 
Wo liegen also noch die Vorteile des Sachs Gewindefahrwerks?
Hmmh, das wurde hier aber nun wirklich auf 16 Seiten mehrmals durchgekaut. Kurz:
Einrohrdämpfer, Upside-Down-Anordnung (bei KW erst bei den Competition üblich), einfachste Einstellung,
keine Kunststofffederteller, lange Rennsporthistorie einschl. Formel 1 und BMW Werksteams in VLN, ALMS,
DTM usw., das Schnitzer-Gewinde wird auch von Sachs gebaut und ist nahezu baugleich . . .
Wenn man sich ein Fahrwerk für um die 2000€ incl. Einbau leistet, dann sind 350€ Preisunterschied nicht die Welt. Nur ein gut eingestelltes Gewindefahrwerk ist wirklich besser als original / B12, etc...
Ja, genau deshalb habe ich einen Selbsthilfe-Thread eröffnet und vier kompetente Einbaupartner
genannt. Damit hat jeder die Möglichkeit eine passende Einstellung zu finden oder finden zu lassen.
Wenn du zu W.W. gehst machst du auch mit einem V3 nichts falsch (auch wenn ich nicht alle Argu-
mente stichhaltig finde). Grundsätzlich können sowohl Bilstein, Eibach, H&R und KW wie auch Öhlins
und Sachs gute Fahrwerke bauen, egal ob für die Straße oder den Motorsport. Da werde ich keinen
Hersteller schlecht machen. Kritisieren kann man einzelne Produkte bzw. bestimmte Aspekte an man-
chen Fahrwerken.
