Die "Balance" der Dämpferhärte vo/hi spürt man eigentlich sehr gut.
Chris, du solltest dir unbedingt das Buch "Fahrdynamik in Perfektion"
von Wolfgang Weber kaufen. Rund 25,-- € bei Amazon oder im örtlichen
Buchhandel. Das sind Peanuts.
Basierend auf den Tipps aus diesem genialen Buch würde ich mit der
weichsten Einstellung beginnen (also vo+hi auf ''-20''). Man spürt ja ob
einem das zu soft ist, sprich ob es auf langen Bodenwellen Nachschwinger
gibt.
Dann zwei bis drei Klicks straffer stellen und ganz wichtig: alle Änderungen
notieren, sonst hat man irgendwann keinen Durchblick mehr - rate mal
warum ich das sage . . .
Danach wird man - wieder auf langen Bodenwellen - spüren inwieweit einem
das reicht und wie es sich vorne und hinten anfühlt. Einen Unterschied
vorne zu hinten spürt man sehr gut. Dann stellt man bspw. nur noch die
weichere Achse zwei bis drei Klicks straffer. Einzelne Klicks sind so fein,
dass man sie als normaler Mensch nicht eindeutig verifizieren kann.
Deshalb immer erst größere Sprünge und erst ganz zuletzt in einzelnen
Klicks einstellen.
Das solange bis man kein nennenswertes Nachschwingen mehr spürt.
That's it.
Mit einem guten Popometer hat man so in rund einer Stunde sein Setup
gefunden. Man kann ja auch jederzeit korrigieren.
Die Einstellung selbst geht fix und verlangt kein Werkszeug. Ein Handtuch
oder eine Isomatte helfen sich nicht schmutzig zu machen. Einfach auf
einen Parkplatz fahren, sich unters Auto bücken und den Einstellknopf
am Dämpfer erfühlen - im Uhrzeigersinn wird's härter. Bei Sachs macht
es laut hör- und fühlbar mit jeder Stufe ''klick''.
Bei Bilstein ist es prinzipiell genauso, bei Öhlins vermutlich ähnlich, den Bildern
nach zu urteilen.
Die Balance vo/hi würde ich ohnehin bei jedem härteeinstellbaren Fahrwerk
nach Gefühl korrigieren, denn die erforderliche Dämpfkraft hängt von den
jeweiligen Achslasten ab und unterschiedet sich damit für jede Motorisierung
und teils je nach Ausstattung (bspw. 335d vorne deutlich schwerer als 320i und
Touring hinten schwerer als Limousine).
Empfehlungen von Seiten des Herstellers sind somit immer nur als Ausgangspunkt
für eigene Versuche zu verstehen.