Ich kannte das bisher auch ohne alles.
Da ich meinen Nachbarn (Schlossermeister) um Hilfe bat, sagte er mir im Anschluss, er macht in der Firma auf Bolzen die wieder geloest werden muessen Paste rauf. Auch auf bewegliche, beanspruchte Teile.
Das scheint seit 35 J. zu funktionieren.
Wir hatten ja erst versucht, den Bolzen mit einem Schweineschwanz (scheinbar Schlosserfachausdruck) wieder zu loesen, ruehrte sich nicht.
LG
Ein Schlossermeister. Naja. Also:
Mit dem Drehmoment beim Einschrauben musst du zwei Kräfte bereitstellen:
1) Die Vorspannkraft für den Radbolzen (der funktioniert so wie eine Feder),
2) Die Reibungskraft im Gewinde.
Edit: die Torsionsbeanspruchung der Schraube (des Bolzen) muss man natürlich auch berücksichtigen
Das nötige Drehmoment für die Vorspannkraft kann man über die Gewindesteigung leicht errechnen, die Reibungskraft im Gewinde wird man je nach Reibungspaar entweder als Tabellenwert kennen, oder experimentell ermitteln.
Du hast also zwei Komponenten, die zusammen das nötige Drehmoment ergeben.
Und nun gehst DU (und dein Schlosser) hin und nehmt eine Komponente (fast) raus. Dem müsstest ihr Rechnung tragen, indem ihr das Drehmoment reduziert. Das macht ihr aber nicht.
Ihr zieht mit dem gleichen Drehmoment wie vorher an. Nur: da ist keine Reibungskraft im Gewinde, um Drehmoment aufzunehmen.
Wo geht das Drehmoment also hin? Richtig: in die Vorspannkraft des Radbolzens. Und wenn der zu lang gezogen wird, gibt der halt irgendwann nach.
Das kannst du jetzt glauben, oder du kannst ein paar Vorlesungen konstruktiver Maschinenbau belegen (weiß nimmer, 1. oder 2. Semester), oder du glaubst halt dem Schlosser. Meinen Radbolzen ist das egal.
Im QM gibt's nen schönen Spruch :
Erfahrung bedeutet nichts. Man kann etwas auch 30 Jahre lang falsch machen.