Ich hatte ja mal einen größeren Eigenversuch mit Aral Ultimate gestartet, und wollte an dieser Stelle ja darüber berichten - was ich zurückgestellt hatte, da verfälschende Einflüsse auf die Ergebnisse durch unklare (vermutlich aber erhebliche) Verschmutzungssituation des Ansaugbereiches zu vermuten sind.
Das wird in Ordnung gebracht, und der Test wiederholt.
Wie auch immer, bis zu dem Zeitpunkt, an dem mir die Verschmutzungsproblematik bewusst wurde, wäre das Fazit folgendes gewesen:
Verbrauch:
auch unter Berücksichtigung von üblichen Varianzen würde ich dem Edelsprit einen Verbrauchsvorteil von 0,2L zugestehen (der tatsächliche Minderverbrauch war deutlicher, aber teilweise durch andere Faktoren erklärbar).
Leistung:
Eine Mehrleistung habe ich nicht registriert, aber ein freieres Hochdrehen jenseits von 3500 U/min - in der Praxis aber für die meisten weniger relevant.
Anreicherung im Motoröl:
Der aus meiner Sicht klarste Vorteil von Ultimate, wenn auch nur durch Zufall - bei einer detaillierten Ölanalyse - entdeckt:
normaler Dieselkraftstoff, der z.B. bei einer Regeneration oder im Kurzstreckenbetrieb in das Motoröl eingetragen wird, kann mit der Zeit wieder verdampfen. Der Bio-Diesel Anteil verdampft jedoch nicht und kann sich im Motoröl anreichern. Kein Problem für alle, die das Öl alle 12 Monate/ 15000km wechseln, aber das nun ja nicht alle.
Motorgeräusch:
Ich kann nicht sagen, dass das Motorgeräusch (Stichwort: weichere Verbrennung) deutlich geändert hätte. Es gab jedoch einige spezielle Situationen (Beschleunigen aus sehr niedrigen Drehzahlen, z.B. nach Kurven, wenn das Getriebe nicht zurück geschaltet hatte), in denen ein Klopfen /Klingeln nicht mehr wahrnehmbar war. Das trat aber zum ersten Mal nach ca. 750km auf, trifft damit ziemlich genau die Werbeaussage von Aral, innerhalb von 700km die Injektoren zu reinigen und so für eine saubere Verbrennung zu sorgen.
Das Problem:
Nach 700km mit normalem Sprit war das Geräusch wieder da. Das spricht nicht für gereinigte Injektoren. Wenn es aber ein Indiz für eine bessere Verbrennung sein soll, wieso setzt der Effekt erst nach 750 km ein und hält danach noch 700km an? Das spricht nicht für eine weichere Verbrennung infolge einer höheren Cetanzahl.
Damit sind wir wieder bei den eingangs genannten Verschmutzungen im Ansaugbereich.
Hätte ich diese Ergebnisse unter besseren Ausgangsbedingungen erzieht, hätte ich diesen Sprit unter Vorbehalt empfohlen - den Mehrpreis muss es einem trotzdem wert sein.
Ein No-go ist für mich aber die stark verringerte Schmierfähigkeit, die in diesem Thread ja schon angesprochen wurde. Die muss unbedingt auf das Niveau von Standard Diesel angehoben werden - ich kann das leider nicht prüfen.
Ich werde Ultimate daher derzeit nicht verwenden.