Zweiter Kapitaler Motorschaden durch Injektoren N57 BMW 330d XDrive

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    • Zweiter Kapitaler Motorschaden durch Injektoren N57 BMW 330d XDrive

      Hallo an alle, die meinen ersten Artikel in diesem Forum lesen,

      ich möchte euch hier einmal meine Geschichte mit dem N57 Motor erzählen und auch eure Meinungen dazu hören. Ich habe nun den zweiten kapitalen Motorschaden infolge erlitten. Vorab: ich fahre meine Autos bewusst und ich weiß, wie man Dieselmotoren bewegt ;) Ich habe ein paar Jahre als KFZ-Mechatroniker bei BMW gearbeitet. Folgendes ist Passiert:

      Fahrzeug: BMW 330xd E91 Bj 2009 N57 Automatik 6HP28 !!!keine Kennfeldanpassung oder ähnliches!!!

      Bei KM Stand 145000 plötzlich ein lautes Klackern vom Motor. Mein erster Verdacht: Pleuellagerschaden, da beim N57 ja schon öfter mal ein Problem...

      Daraufhin kompletten Motor ausgebaut und zerlegt. Zum Vorschein kam eine völlig intakte Kurbelwelle. Allerdings war der gesamte Kolben in Form der Einspritzung des Inkjektors zerstört. Dadurch hat der Kolben gefressen und kippte nun schon etwas, was das Klackern verursachte. Folgende Bilder zeigen den 1. Schaden:
      Bild 1.jpgBild 2.jpgBild 3.jpgBild 4.jpgBild 5.jpg
      Darauf hin wurde ein neuer Motorblock gekauft und der Motor samt Kolben vom N57D30B (die des 35d Biturbo, gleiche Abmessungen, höherwertige Legierungen...)wieder komplettiert. Plus natürlich eine neue Einspritzdüse an Zylinder 6. Alle anderen wurden zum Überprüfen weggegeben und als gut befunden.
      Daraufhin hatte ich 50 tsd Kilometer Spaß mit dem Auto. Gleichzeitig alle Dichtungen, Pleuellager und was man sonst noch so alles neu machen kann wurde erneuert.

      Doch jetzt der Schreck bei 195 tsd Kilometern: Plötzlich läuft der Motor unrund und hat keine Leistung mehr sowie der Turbolader sind hin. Zylinder zwei keine Kompression mehr...

      Zerlegt und was ist Passiert: Mit schrecken musste ich feststellen: Nun hat es Zylinder zwei getroffen. Die Einspritzdüse hat wieder den Stern hinterlassen, wie sie nun mal einspritzt und dabei den Kolben zerstört.. Dieser hat wieder die Laufbahn beschädigt. Das I-Tüpfelchen diesmal: Ein kleiner Spahn hat sich vom Kolben gelöst, hat ein Ventil krumm gemacht beim Weg nach draussen und anschließend den Turbolader zerlegt. Der Frust ist groß: Wieder ein Injektor, der einen n57 ausschaltet. Hier ein Paar Bilder von Zylinder zwei:

      Bild 6.jpgBild 7.jpg
      Nun lohnt es sich fast nicht mehr den Motor noch einmal zu machen.

      Folgendes ist auch sehr blöd: Mit einem Übermaßkolben hätte man beide Motorblöcke reparieren können. Diesen gibt es im BMW Teilekatalog (+0.25mm) und auch viele andere Teilehändler haben ihn auf der liste. Leider kann diesen keiner liefern. Manche sind lieferbar, bestellt man ihn jedoch, bekommt man meistens die information, das teil ist nicht lieferbar. Wurde der Übermaßkolben jemals gebaut und weiß hier jemand, wo man ihn bekommen könnte? Motorblöcke werden bei diesem N57 mit 245 ps auch immer rarer.

      Noch ein paar erfahrungen: Der Ersatzblock damals stammte aus einem 35d Fahrzeug ( War also der N57d30B anstatt A) selbst bei diesem verstärkten Triebwerk konnte man an manchen Kolben schon erkennen, dass die Einspritzdüse anfängt, ihren Stern in den Kolben zu "Fräsen"....Das dürfte doch sicherlich mehreren N57 das Leben ausgehaucht haben.

      Bekannt waren ja auch fälle, bei denen Einspritzdüsen ein 10mm großes Loch in den Zylinder gestrahlt haben...;)

      Beim N57TU werden ja nun wieder Magnetinjektoren eingesetzt... also weg von Piezo...evtl ein guter Schritt...

      Schreibt doch mal, die ihr evtl ähnliche Erfahrungen gemacht habt oder von dem Umstand wissen. Und nicht vergessen: Wo bekomme ich einen Übermaßkolben her? Er existiert aber keiner kann ihn liefern. Damit wäre eine Überholung des Motors sehr viel günstiger.

      Grüße aus Hessen.

      ""
    • Übel!
      Aber - ich weiß daß ist Klugscheißen im nachhinein - warum ersetzt du bei 150tkm nur einen Injektor? :S Sollten meine mal kommen, egal um die ca. 900€ (4 Zylinder Benziner), wenn dann alle neu.

      Gruß Christian

      320i LCI mit M-Paket - Alltags Reiselimousine :thumbsup:

      Scirocco 2 16V - Spaßfahrzeug :thumbup:
    • Christian_scirocco2 schrieb:

      Übel!
      Aber - ich weiß daß ist Klugscheißen im nachhinein - warum ersetzt du bei 150tkm nur einen Injektor? :S Sollten meine mal kommen, egal um die ca. 900€ (4 Zylinder Benziner), wenn dann alle neu.

      Gruß Christian
      Weil ein Diesel R6 Injektor vom Preis her nicht mit einem Benziner vergleichbar ist.
      Du ersetzt für 900 euro 4 Stück.
      Wenn du einen Guten Preis kriegst, hast beim 6 Zylinder Diesel 2 davon bekommen :D

      Bist also bei gut 2700€ für 6x Injektor
    • Wenn Injektoren verkoken, dann verändert sich zwangsläufig auch das Sprühbild. Und was so ein scharfer Strahl mit ca. 2000bar Druck (anstelle eines superfeinen Nebels) mit der Kolbenmulde anrichtet, dass sieht man schön an den Fotos.

      Was ich aber nicht verstehe: Wenn ich schon einmal so einen (teuren) Schaden hatte, welcher offensichtlich durch einen schadhaften Injektor verursacht wurde, dann überwache ich meine Injektoren mit Argusaugen u. teste regelmäßig den Zustand. Zumindest tanke ich aber keinen Standard Diesel mehr.

      Möglicherweise helfen die schmutzfressenden Pyranhas ja doch...

      Klagt nicht - kämpft!

      Dieser Beitrag wurde bereits 9 mal editiert, zuletzt von rico67at ()

    • rico67at schrieb:

      Wenn Injektoren verkoken, dann verändert sich zwangsläufig auch das Sprühbild. Und was so ein scharfer Strahl mit ca. 2000bar Druck (anstelle eines superfeinen Nebels) mit der Kolbenmulde anrichtet, dass sieht man schön an den Fotos.

      Was ich aber nicht verstehe: Wenn ich schon einmal so einen (teuren) Schaden hatte, welcher offensichtlich durch einen schadhaften Injektor verursacht wurde, dann überwache ich meine Injektoren mit Argusaugen.

      Offenbar ist es doch nicht ganz so verkehrt, den etwas teureren Premium Sprit mit den schmutzfressenden Pyranhas zu tanken...
      Selbst Bosch prüft das Spritzbild nicht. Die Düse ist beim Test abgeschirmt und es wird nur die Kraftstoffmenge gemessen.

      Hatte selbst schon einen Injektor der mir einen Kolben weggebrannt hat und beim Bosch Diesel Service für i.O. befunden wurde. Habe ihn nach dem Schaden extra prüfen lassen. Aber das Spritzbild wurde eben nicht geprüft (leider erst hinterher erfahren).

      Und ob man bei Piezo Injektoren die Rücklaufmenge ermitteln/auslesen kann, weiß ich nicht.

      turbo_8v_jtdm_994.jpg

      Viele Grüße
      Chris

    • Krass. Bin überrascht, dass solche Schäden nur vom Spritzbild eines Injektors verusacht sein sollen. Seid ihr Euch wirklich sicher, dass die Verbrennungtemperaturen im Rahmen waren?

      Ab 400° verliert so ein Alukolben an Festigkeit. Wie dicht der Serienmotor da dran ist verrät ja BMW, indem sie dem 35d-Kolben mehr Kupfer- und Chromanteile geben.

      Rein aus Vorsicht würde ich nach so einem Schaden das AGR-Ventil gleich miterneuern. Nicht, dass da was klemmte.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Powerpossi ()

    • dreieier schrieb:

      Das ist wirklich heftig. Fahre selber einen N57 im 330d und hoffe, dass mkr dieses Problem erspart bleibt.
      Denkt ihr, Aral Ultimate Diesel kann dem entgegenwirken?
      Meines Erachtens nicht. Aral Ultimate Diesel hat eine leicht höhere Cetanzahl, was zu einem besserem Kaltstartverhalten und weniger Russ bei der Verbrennung führt. Am Spritzbild der Injektoren ändert das Zeug aber nichts. Russ-Ablagerungen an den Injektoren sind bei 1600 bar Einspritzdruck irrelevant. Die relevanten Verkokungs-Ablagerungen kommen durch die Öldämpfe der KGE und AGR. Was den Brennraum sauberer hält als die teure Abzock-Suppe: Gib dem Gaul mal ab und an richtig die Sporen - hüüüüaaa!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Powerpossi ()

    • Schäden dieser Art treten besonders bei Diesel-Direkteinspritzmotoren auf. Wenn bei Diesel-Direkteinspritzmotoren die Einspritzdüse des betroffenen Zylinders ihren Abspritzdruck nicht hält, können Schwingungen in der Einspritzleitung die Düsennadel nochmals anheben. Kraftstoff spritzt erneut in den Verbrennungsraum.Wenn der Sauerstoff aufgebraucht ist, durchströmen Kraftstofftröpfchen den Verbrennungsraum und treffen auf den Kolbenboden. Sie verbrennen dort bei großer Hitze und das Kolbenmaterial wird teigig.Die Massenkraft und Erosion der schnell vorbeistreichenden Verbrennungsgase reißen einzelne Partikel aus der Oberfläche oder tragen den Kolbenkopf komplett ab.
      Ursachen:
      Undichte Einspritzdüsen oder schwergängige bzw.verklemmte Düsennadeln.
      • Gebrochene oder lahme Düsenfedern.
      • Defekte Druckentlastungsventile in der Einspritzpumpe.
      • Einspritzmenge und Einspritzzeitpunkt entsprechen nichtden Vorgaben des Motorenherstellers.
      • Bei Vorkammermotoren: Defekt an der Vorkammer in Verbindung mit einer der vorher genannten Ursachen.
      • Zündverzug durch unzureichende Verdichtung infolgeeines zu großen Spaltmaßes, falscher Steuerzeiten / undichter Ventile.
      • Zu großer Zündverzug durch zündunwilligen Dieselkraftstoff (zu niedrige Cetanzahl).
      • Schlechte Füllung durch defekten Turbolader.

      Quelle: Wissenswerk/Kolbenschmidt

      Klagt nicht - kämpft!

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